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Fight Sexism!

Nein heisst Nein oder Antisexismus muss Praxis werden: Das Zustimmungskonzept.

 

Zustimmung definiert das freiwillige und ausdrückliche Einverständnis aller Beteiligten zu einer spezifischen sexuellen Handlung. Ab wann genau eine sexuelle Handlung beginnt, wird sehr subjektiv wahrgenommen, daher: besser zuviel als gar nicht fragen. Eine Grenzüberschreitung kann durch eine flüchtige Berührung als solche erlebt werden, deswegen frag lieber auch bei einer Umarmung oder einem Kuss, ob das für die Person in Ordnung ist.

 

 

Übergriffiges Verhalten, Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt können Traumata bei den Betroffenen auslösen – deswegen ist es wichtig, bei jeder sexuellen Handlung mit der_dem Partner_in zu kommunizieren. Durch Reden erfährst du, wie weit dein Gegenüber gehen möchte und kannst potentiellen Grenzverletzungen vorbeugen.

Zustimmung bedeutet immer wieder und jedes einzelne Mal und für jede sexuelle Handlung zu fragen, also zum Beispiel, ob es einer Person angenehm ist, wenn ihr euch küs hst, umarmt, streichelt, du ihr den Rücken kraulst...

Nur weil du mit einer Person zusammen bist oder öfter knutscht, heißt das nicht, dass du über ihren Körper verfügen kannst.

Zustimmung kann auch nicht unter Druck, wie zB dem ständige Fragen nach Sex oder Drohungen gegeben werden.

Andere Kommunikationsformen wie z.B. Mimik oder Gestik sind möglich, sollten aber vorher abgeklärt werden, damit es zu keinen Missverständnissen kommt. Körpersprache bzw. non-verbale Reaktionen bedeuten nicht automatisch Zustimmung!

Wenn keine Zustimmung mehr gegeben oder diese zurückgenommen wird, dann heißt das NEIN, Schluss und Ende. Achtung: Schweigen bedeutet nicht Zustimmung!

Eine schlafende Person kann niemals zustimmen!

Achte auf deine Grenzen und die von anderen, versuche immer in der Lage zu sein, die Situation einschätzen zu können und frag nach, wenn du dir nicht sicher bist, wie hoch die Zurechnungsfähigkeit deines_r Partner_in ist. Die Zurechnungsfähigkeit wird nicht nur durch Drogen beeinflusst, sondern u.a. auch durch körperliche und emotionale Zustände. Eine aufgrund von Alkohol oder anderen Drogen sehr benommene Person kann möglicherweise nicht mehr zustimmen.

Wenn du weißt, dass du eine sexuell übertragbare Krankheit hast, informiere dein_ e Partner_in, damit ihr gemeinsam entscheiden könnt, wie ihr damit umgehen wollt.

Kommuniziert darüber wie und ob ihr verhüten wollt!

Zustimmung kann und will bereichern – nämlich um das Wissen, was dein Gegenüber im Moment, wo du sie_ihn küsst oder berührst, fühlt. Zustimmung ist ein positiver Zugang zu Sex und allem was dazugehört – statt vor sich hin zu werken und irgendwann ein NEIN zu hören, fragst du bei jedem noch so kleinen Schritt nach Zustimmung und findest so langsam heraus, ob und wie dir eine Person gern nah sein will.

Zustimmung ist für alle da – egal ob Frau, Mann, homo, hetero, bi, trans*, welche Genderexpression und welche Sexpraktiken oder Hilfsmittel auch immer – Zustimmung vermittelt einen ganz praktischen und lustvollen Umgang zu unserer Sexualität.

Das Zustimmungskonzept hat als Kern einen respekt- und würdevollen Umgang miteinander. Es will mögliche Handlungsweisen aufzeigen und eine Anleitung für die Prävention sexualisierter Übergriffe sein. Selbstverständlich gibt es auch andere Möglichkeiten als das Zustimmungskonzept, um miteinander vertrauensvoll umzugehen. Oberste Handlungsmaxime soll stets ein respektvoller Umgang ohne Grenzverletzungen sein – ob ihr dabei eigene Wege geht oder euch vom Zustimmungskonzept beeinflussen lasst bleibt euch überlassen.

 

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